Sonja Enste

Psychologische Beratung zur Klimakrise

In diesem Beitrag

Warum psychologische Beratung zur Klimakrise?

Schwierige Gefühle wir Trauer, Verlustschmerz, Angst oder Wut erfüllen einen wichtigen Zweck. Trauer und Verlustschmerz zeigen dir, womit du dich verbunden fühlst und was dir wichtig ist. Angst zeigt dir, wann Gefahr droht, und Wut bringt dich dazu, für dich selbst einzustehen. Ohne unsere Gefühle wüssten wir buchstäblich nicht, was wir tun sollten.

Aber oft sind diese Gefühle auch schwer auszuhalten, und du würdest sie vielleicht lieber wegschieben oder mit viel Aktionismus schnell wegmachen. Oft funktioniert das auch ganz gut — zumindest für eine Weile. Aber die Klimakrise, oder besser gesagt die globale ökologische Katastrophe, ist viel größer und schwieriger zu lösen als die Probleme, denen du im Alltag begegnest. Die ökologische Katastrophe kannst du auf Dauer weder wegschieben noch kannst du sie schnell lösen.

Es ist daher ganz normal und der Realität angemessen, wenn du eine ganze Reihe an schwierigen Gefühlen zur Klimakrise hast. Die häufigsten sind Angst, oft auch als Klimaangst bezeichnet, Ohnmacht, Enttäuschung, Trauer und Wut. Zum Problem können sie werden, wenn du das Gefühl hast, dass sie dich wiederkehrend oder dauerhaft überwältigen oder lähmen. Dann können sie ihren Zweck, dir nämlich bei deinen Entscheidungen zu helfen, nicht mehr gut erfüllen. Dann kann es hilfreich sein, zu mir in die Beratung zu kommen.

Meine Beratung ist keine Therapie, da die Gefühlslagen, um die es geht, keine psychischen Erkrankungen sind. Psychisch gesund zu sein bedeutet aber nicht, sich immer gut zu fühlen, oder niemals von seinen Gefühlen überfordert sein zu dürfen. Die Klimakrise ist eine äußere Problemlage, die für ausnahmslos jeden Menschen eine besondere emotionale Herausforderung und Entwicklungsaufgabe bedeutet. Dafür biete ich Unterstützung an.

1:1 Beratung zur Klimakrise, was passiert da?

In der 1:1 Beratung dürfen deine Gefühle erst einmal da sein, werden ernstgenommen und wertgeschätzt. Jeder Mensch hat eine ganz eigene Geschichte. Die Klimakrise trifft uns alle, aber sie trifft uns auch auf unsere jeweils ganz eigene Weise. Ich biete dir einen geschützten Rahmen, um deine ganz persönlichen Gefühle zur Klimakrise kennenzulernen.

Wenn du deine Gefühle aussprichst, wirst du erkennen, mit welchen anderen Teilen deines Lebens diese noch zusammenhängen. Wir finden gemeinsam heraus, welche Werte und unbewussten Glaubenssätze dich beeinflussen, wenn du so fühlst. Damit kann sich dein Erleben dieser Gefühle verändern. Anstatt dass sie schnell verschwinden sollen, werden sie zu einem lebendigen Ausdruck eines Teils deiner Persönlichkeit.

So können Trauer, Verlust, Angt, Ohnmacht, Wut und andere schwierige Gefühle wieder ihren eigentlichen Zweck erfüllen: Sie werden Orientierungshilfen bei der Frage, was dir wirklich wichtig ist im Leben.

Das Ziel der 1:1 Beratung orientiert sich an deinen aktuellen Bedürfnissen und wird gemeinsam zu Beginn der Beratung festgelegt. Ich habe keine versteckte Mission, dich dazu zu bringen, Aktivist*in zu werden. Viele meiner Klient*innen sind jedoch bereits auf verschiedene Weisen im Bereich Klima aktiv oder auf der Suche nach einer passenden Möglichkeit, sich zu engagieren. Die Frage nach dem passenden Engagement, das sowohl in deinen Alltag als auch zu deinen Fähigkeiten und Interessen passt, kann daher auch Thema der Beratung werden.

Beratungen zur Klimakrise werden von meinen Klientinnen als sehr hilfreich erlebt und dauern in der Regel nicht mehr als drei bis fünf Sitzungen. Dann ist für viele erst einmal eine neue emotionale Balance erreicht. Da regelmäßiger Austausch über Gefühle ein wichtiger Teil der Psychohygiene ist, nehmen einige meiner Klientinnen im Anschluss mein kostenloses Angebot wahr und besuchen in unregelmäßigen Abständen mein monatlich stattfindendes digitales Klimacafé. Dieses kann jeder besuchen, unabhängig davon, ob vorher eine Beratung bei mir stattgefunden hat oder nicht.

Klimakrise aus intersektionaler Perspektive

Was bedeutet “intersektionale Perspektive”?

Die Begriffe “intersektional” und “Intersektionalität” beziehen sich auf das englische Wort “intersection” — dt.: Kreuzung — und beschreiben, dass es ganz verschiedene Gründe für Diskriminierungen und Krisen gibt, die sich innerhalb einer Person überschneiden können und ganz individuelle Erfahrungen bewirken. Es gibt nicht die eine Art, wie wir alle die Klimakrise und die mit ihr kommenden gesellschaftlichen Veränderungen erleben werden, sondern sehr viele verschiedene.

Intersektional zu denken bedeutet, sich bewusst zu sein, dass die eigene Erfahrung nicht beispielhaft für alle anderen ist, selbst wenn wir mit einer Person viel gemein zu haben scheinen. Es gilt, genau zuzuhören und die Erfahrungen des Gegenübers ernst zu nehmen, gerade dann, wenn es um Diskriminierungen geht.

Aktuell wird über Klimagefühle oft noch stark aus der Perspektive der Mehrheitsgesellschaft gesprochen und abweichende Idenditäten und Lebenslagen sind noch nicht wirklich im Blickfeld. Es macht aber einen großen Unterschied für das Erleben der Klimakrise, ob man darüber hinaus mit Diskriminierungen und Krisen umgehen muss, die bereits jetzt das Leben prekär machen.

Außerdem überschneidet sich das Konzept einer intersektionalen Perspektive teilweise mit dem Konzept “Klimagerechtigkeit”. Hier geht es ganz grob darum, dass global gesehen gerade diejenigen Menschen am meisten und den Folgen der Klimakatastrophe leiden werden, die am wenigsten zu ihrer Verursachung beigetragen haben. Dies gilt sowohl im Verhältnis zwischen Ländern des globalen Nordens und des globalen Südens als auch innerhalb von Gesellschaften. Diejenigen, denen die meisten Ressourcen zur Verfügung stehen, tragen am meisten zur Erderwärmung bei und können sich zugleich am besten vor deren Folgen schützen.

Welche intersektionale Perspektive habe ich persönlich?

Aufgrund meiner beruflichen Erfahrungen als Frühfördertherapeutin, Autismustherapeutin und als von der chronischen Neuroimmunerkrankung ME/CFS Betroffene, liegen meine Erfahrungsschwerpunkte in den Bereichen Behinderung, chronische Erkrankungen und den damit verbundenen Belastungen. Dies umfasst auch medizinische Unter- und Fehlversorgung.